Schwere Ketten
Rouvard Lautenschmied

Der Kerker ist kalt und feucht dazu,
Tag und Nacht finde ich keine Ruh.
Ich liege in eisernen Ketten,
wirst Du kommen, um mich zu retten?

Schwere Ketten bringen mir den Schmerz,
schwere Ketten liegen um mein Herz,
schwere Ketten um meinem Hals,
schwere Ketten brennen wie Salz.

Du entkamst, aber ich leider nicht,
nun sitz‘ ich hier mit langem Gesicht.
Lautes Hämmern dringt zu mir herab,
sie zimmern schon mein hölzernes Grab.

Morgen werde ich zum Galgen gebracht,
Dir bleibt nur noch diese eine Nacht.
Hörst Du meinen verzweifelten Schrei,
so eile doch schnellstens herbei.

Der König ist tot, er lebt nicht mehr,
ihn zu töten war auch nicht so schwer,
ich tat es nur für das Geld,
und nicht für den Ruhm dieser Welt.

Denn der König war grausam und fies,
der auch seine Frau einmauern ließ.
Selbst die Bürger nahm er nur aus,
so, nun ist die ganze Wahrheit raus!

Es ist der neue Morgen erwacht,
draußen wird schon getanzt und gelacht,
sie alle warten gespannt auf mich,
und ich? Ich verlass‘ mich auf Dich!

Zu spät, die Schlinge zieht sich stramm zu!
Verdammt, verdammt! Wo bleibst denn nur DU?
Meine Augen sie färben sich rot,
ein letzter Schrei-, dann bin ich…